Was krank macht, ist auch heilsam

Dies ist eins der Grundprinzipien der klassischen Homöopathie. Oder mit anderen Worten: Eine Substanz, die bei Gesunden bestimmte Symptome hervor rufen kann, wird nach diesem Prinzip bei Kranken mit eben diesen oder ähnlichen Symptomen eingesetzt. Nehmen wir ein Beispiel: Sie trinken Kaffee. Sie spüren, wie Ihre Aufmerksamkeit sich erhöht. Sie werden körperlich und geistig aktiver, evt. auch unruhig, ungeduldig und leicht erregbar. Herzklopfen kann auftreten, der Blutdruck steigt. U.U. werfen Sie sich nachts schlaflos im Bett hin und her und können ihre Gedanken nicht abstellen.
Kommt nun ein Patient mit einer ähnlichen Symptomatik in meine Praxis, dann verordne ich ihm Kaffee. Aber nicht ein Tässchen, sondern homöopathisch potenzierten Kaffee, den man in der Apotheke unter dem Namen Coffea rezeptfrei beziehen kann. Und damit sind wir bei dem 2. Grundprinzip der Homöopathie: Der Arzneistoff wird mit Alkohol oder destilliertem Wasser in einem bestimmten Verhältnis (z.B. 1:10 = D –Potenzen oder 1:100 = C -Potenzen) verschüttelt. D1 bedeutet von der Verdünnung her 1:10, D2 bedeutet 1:100, D3 = 1:1000 usw.
Nach der Lehre der Homöopathie bedeutet Potenzierung eine Verstärkung der Arznei durch den Verschüttelungsprozess.
In unserem Falle nimmt der Schlaflose nun einige Tropfen oder auch Kügelchen von Coffea, bspw. in D12,.
3. Grundprinzip: Das passende Medikament wird für die Gesamtheit der Symptome des Kranken ausgewählt. Der Homöopath hat immer den ganzen Menschen mit all seinen Wesensmerkmalen und Eigenarten und all seiner körperlichen Beschwerden im Blick.
Das 4. Grundprinzip ist die Prüfung des Arzneimittels am gesunden Menschen. In zahllosen Selbstversuchen haben Probanden im Laufe der letzten mehr als 200 Jahre einige Tausend Substanzen geprüft und alle aufgetretenen Symptome schriftlich fest gehalten. Es handelt sich hierbei um Substanzen aus dem Tierreich (z.B. Bienengift (Apisinum)), aus dem Pflanzenreich (z.B. Tollkirsche (Belladonna)) oder auch Mineralien und Elemente (wie Quecksilber (Mercurius)).
Die gesammelten Symptome sind in umfangreichen Büchern festgehalten (Repertorien). In diesen forscht der Homöopath, bis er die Arznei gefunden hat, die den vom Kranken geschilderten Symptomen am Ähnlichsten ist (Ähnlichkeitsprinzip).
Homöopathie unterscheidet sich also von der Schulmedizin, indem Sie Symptome als notwendige Reaktionen des Organismus betrachtet und von daher nicht unterdrückt, während Letztere sich gerade daran orientiert, die Symptome zu beseitigen, weil sie diese als die eigentliche Krankheit betrachtet. Homöopathie stärkt die Lebenskraft und harmonisiert die Lebensenergie, unterstützt den Organismus in seinen Bemühungen, Krankheit zu überwinden.
Die klassische Homöopathie ist ein individuelles Behandlungsverfahren des Heilpraktikers. Akute und chronische Erkrankungen, Folgen emotionaler Verletzungen, Störungen wie Ängste, Unruhe, Ungeduld, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit usw. sowie auch körperliche Verletzungen sind Anwendungsgebiete der klassischen Homöopathie. Selbstverständlich sind in akut bedrohlichen Situationen die Medikamente der Schulmedizin (Antibiotika, Kortisone etc.) einzusetzen.
Zu den Strukturen homöopathischer Mittel siehe hier
Hinweis: Bei keiner der aufgeführten Therapien soll der Eindruck eines Heilversprechens entstehen. Aus den Ausführungen kann nicht abgeleitet werden, dass Linderung oder Verbesserung eines Krankheitszustandes garantiert oder versprochen wird. Die Angaben ersetzen keine ärztliche Untersuchung und Behandlung.
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